N26 vs. Sparkasse – Was ist besser?

Sparkasse vs. N26

Die N26 Bank ist der aktuelle Held der deutschen FinTech Szene und schafft es täglich 2.000 neue Kunden zu gewinnen – aktuell sind es über 7 Mio. Kunden. Allein im Jahr 2017 hat sich die Anzahl der Girokonten verdreifacht. Nicht umsonst vertrauen namhafte Investoren wie Allianz und Tencent Holdings dem im Jahr 2013 gegründeten Startup, welches mittlerweile eine Bewertung iHv. 3,5 Mrd. $ erreicht hat. Auf der anderen Seite steht der Marktführer – die Sparkasse, welche 1884 im Sparkassenverbund zusammengefasst wurde. Insgesamt bringt es die Sparkasse auf über 39 Mio. Girokonten in Deutschland. Trotz dieser gewaltigen Kundenzahl sind die Wachstumsraten am Stagnieren und die staatliche Bank versucht krampfhaft den digitalen Wandel mitzumachen – mal mehr oder weniger erfolgreich.

Der Trend geht deutlich in Richtung Onlinebanking bzw. Mobile Banking, wodurch sich das große Filialnetz der Sparkasse nicht mehr rentiert. Wer nicht mehr effizient wirtschaftet, muss die Kosten an den Kunden weitergeben. In diesem Fall zahlen Sparkassen Kunden mindestens 7,5 € Kontoführungsgebühren monatlich. Auf der eigenen Homepage heißt es, dass die Kosten den guten Service der Bank rechtfertigen. Doch wieso müssen Kunden extra draufzahlen, wenn die Sparkassen mit unserem Geld hohen Profit machen? Im Jahr 2018 waren es immerhin 2,2 Mrd. € Profit, was einem Wachstum von 7.4% zum Vorjahr entspricht. Außerdem handelt es sich bei den Sparkassen um staatliche Banken, welche damit noch bessere Vertragskonditionen bei ihren Investments aushandeln können als private Banken. Demnach müssten sie doch eigentlich bessere Konditionen für ihre Kunden anbieten können…
 
Doch vermutlich brauchen sie das vorerst gar nicht, da viele Kunden trotz dieser Nachteile weiterhin bei der Sparkasse bleiben, da sie – möglicherweise aus Loyalität oder Trägheit? – keinen Aufwand für den Wechsel der Bank aufnehmen wollen. Die Wenigsten wissen, dass der Wechsel eines Girokontos einen Aufwand von nur wenigen Minuten verursacht, da Banken wie N26 einen kostenlosen Kontowechselservice anbieten. Dadurch werden alle Zahlungspartner auf das neue Konto transferiert. Ebenso ist es möglich mehrere Bankkonten parallel zu haben, um die jeweiligen Vorteile zu nutzen. Doch viele Gründe sprechen für sich, das Konto bei einer klassischen Bank zu kündigen und auf eine moderne, effizientere Bank zurückzugreifen:
N26 und Sparkasse im Vergleich
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Sparkasse vs. N26 – Kreditkarte und Kontoführungsgebühr

Die Sparkasse verlangt für alle Kunden über 24 Jahre eine Mindestgebühr von 7,50 € monatlich. Dafür erhält man ein Girokonto und eine Girocard. Hier liegt vermutlich der größte Kritikpunkt bei der Sparkasse, denn Direktbanken wie N26 bieten das Girokonto kostenlos an. Zusätzlich erhält der Kunde eine gebührenfreie Kreditkarte (Debit Card), welche insbesondere für das Geldabheben im Ausland sowie für Onlinezahlungen sehr sinnvoll ist. Die Sparkasse bietet nur optional eine Kreditkarte an, für die noch einmal Kosten von 3,20 € monatlich anfallen.

Sparkasse vs. N26 – Geldabheben und Bezahlen

In der Standardausführung können Sparkassenkunden lediglich an Sparkassen-Geldautomaten ihr Geld abheben. Zwar ist das Filial- und Automatennetz stark ausgebreitet, wer jedoch spontan Geld benötigt sucht oft vergebens nach einem Automaten in der unmittelbaren Umgebung. Geld abheben im Ausland ist ein weiteres Problem und kostet pro Abhebung 1,25 % des Umsatzes, und mindestens 7,5 €. Nur mit der kostenpflichtigen Kreditkarte kann der Sparkassenkunde gebührenfrei in der Eurozone Geld abheben. 1,9% Gebühren fallen für Fremdwährungen an. Direkt Bezahlen per Girocard oder Kreditkarte ist in der gesamten Eurozone kostenlos. Auf der anderen Seite ist N26 trotz Einschränkung von maximal 5 Geldabhebungen pro Monat deutlich voraus. Durch die kostenfreie Kreditkarte kann jeder Kunde an jedem beliebigen Geldautomaten in der Eurozone (selbst an Sparkassenautomaten!) gebührenfrei Geld abheben. Lediglich für Fremdwährungen fallen Gebühren von 1,7 % an. Die Kreditkarte eignet sich aber trotzdem für Einsätze außerhalb der Eurozone, da sie für die Bezahlung in einer Fremdwährung kostenlos ist. Nebenbei ist die Akzeptanz für Kreditkarten außerhalb Deutschlands deutlich höher.
 
Ein weiteres interessantes Feature bietet die Cash26 Funktion, die es erlaubt ohne Karte, sondern per App Geld an jedem Rewe, Real, Penny Supermarkt abzuheben oder einzuzahlen.
 

Sparkasse vs. N26 – Überweisungen ins Ausland

Ein stets nerviges Thema sind Auslandsüberweisungen bei Banken. Zwar kommen diese bei den meisten Kunden nicht häufig vor, jedoch ist es umso ärgerlicher, wenn die Sparkasse für eine Auslandsüberweisung mindestens 20 € pauschal, plus 1,25 % vom Umsatz verlangt. N26 ist hier schon einen Schritt weiter und arbeitet mit dem Startup Transferwise zusammen. Für eine Überweisung ins Ausland, fallen dadurch nur noch Gebühren von ca. 0,5 % des Umsatzes an.
 

Sparkasse vs. N26 – Banking App

Wie auch alle anderen Bereiche der Onlinewelt wird sich Banking immer mehr auf das Smartphone verlagern. Die klassische Sparkassen App bietet die Hauptfunktionen: Kontoübersicht anschauen, Überweisungen tätigen sowie die Suche nach dem nächsten Geldautomaten. Mit der kooperierenden Yomo App sollen weitere Funktionen wie P2P Payments sowie Push Nachrichten folgen. Jedoch tut sich die Sparkasse schwer der innovativen N26 App Paroli zu bieten. Yomo wurde bereits wegen Sicherheitsmängel kritisiert und die ersten Sparkassen springen vom Projekt ab. Die N26 Entwickler können dagegen einen Großteil ihrer Ressourcen auf die Optimierung der Software legen und bieten heute schon die vermutlich beste Banking App Europas an. Neben den Standardfunktionen wie Geldüberweisen, Kontostand prüfen etc. können Kunden außerdem P2P Zahlungen an Bekannte durchführen, direkt von der App Kredite und Investitionen abschließen und erhalten zusätzlich eine intelligente Statistik über ihre monatlichen Ausgaben.

Sparkasse vs. N26 –Sonstige Finanzprodukte

Neben einem Girokonto bieten viele Banken auch Investmentprodukte, Kredite und Versicherungen an. Loyale Kunden erwarten hier häufig bessere Konditionen bei ihrer Hausbank zu erhalten. Doch das Gegenteil ist oft der Fall, da die Treue im Bankgeschäft oft bestraft wird. Außerdem bieten Banken wie die Sparkasse i.d.R. nur ihre eigenen Produkte an – meist zu schlechteren Konditionen. N26 dagegen schließt externe Partnerschaften mit verschieden FinTech Unternehmen ab, welche effizient und digital in ihrem Bereich arbeiten und somit sehr gute Konditionen anbieten können. Im Bereich Versicherungen arbeitet N26 mit Clark zusammen, im Bereich Investment mit Vaamo und im Bereich Kredit mit Auxmoney.
 
 

Sparkasse vs. N26 – Service

In diesem Fall kann die Sparkasse punkten, denn mit einem Netzwerk von 16.000 Filialen gibt es gefühlt an jeder zweiten Straßenecke eine Sparkasse. Hier können sich die Kunden persönlich beraten lassen bzw. Probleme schildern. Ebenso bietet die Sparkasse eine 24/7 Hotline sowie einen Support per Email oder Chat an. N26 hat dagegen eine andere Service Philosophie, welche durch Automatisierung und Transparenz erst keine Probleme bzw. Fragen für den Kunden aufwerfen sollen. Über die Banking App lassen sich bereits die wichtigsten Funktionen ausführen, wie z.B. das Sperren der Kreditkarte. Zusätzlich bietet N26 einen Kundensupport per Email, Telefon und Chat an, welcher von 9 – 18 Uhr erreichbar ist.
 
 

Sparkasse vs. N26 – Sicherheit

In Puncto Sicherheit ist es schwierig die entscheidenden Kriterien zu finden. Zunächst sind alle offiziellen Banken durch die gesetzliche Einlagensicherung verpflichtet, selbst im Falle eine Insolvenz den Kunden bis zu einem Betrag von 100.000 € abzusichern. Da die Sparkasse zusätzliche eine staatliche Bank ist, würde vermutlich auch noch der Staat einspringen, sollte es Zahlungsprobleme geben. Beim Thema IT Sicherheit zeichnet sich die Sparkasse jedoch nicht gerade als modernes und innovatives Unternehmen aus, sondern ist auf Grund hoher Bürokratiestandards eher langsam. Auf der anderen Seite möge man N26 dafür kritisieren, dass sie erst seit 2013 existieren und vergleichsweise noch keinen großen Kundenstamm haben. Hier sei jedoch erwähnt, dass die Bank hohe Wachstumsraten bei der Kundengewinnung hat. Zusätzlich liegt ein hoher Fokus auf die Optimierung der IT Sicherheit. Allein dass in der App für jede Transaktion eine Push Nachricht erfolgt, ermöglicht dem Kunden eine optimale Überwachung seiner Kontoaktivität. Trotz der jungen Unternehmensgeschichte erfüllt N26 die notwendigen Kriterien, um sich in einer dynamischen Wirtschaftswelt durchzusetzen, da sie durch wenig Bürokratie und hoher Innovationsbereitschaft die Herausforderungen der Zeit meistern kann.
 
 

Sparkasse vs. N26 – Kundenbewertungen

Auf der Bewertungsplattform Trustpilot schreiben Kunden Rezensionen über verschiedene Produkte und Services. Hier fällt die Sparkasse durch überwiegend schlechte Bewertungen auf. Kritisiert wird meistens der Kundenservice, bei dem unmotivierte und unhöfliche Mitarbeiter einen öfters versuchen zur Bankfiliale zu lotsen, um „belabert zu werden […] und dann die hauseigenen Produkte zu kaufen“. Ebenso seien die Produkte und Services viel zu bürokratisch und langsam. Insgesamt erhält die Sparkasse einen Trustscore von 1.2/10. N26 auf der anderen Seite punktet durch 65 % hervorragenden und 11 % guten Bewertungen. Insbesondere die Innovation, Transparenz und Einfachheit der Bank werden gelobt. Auch der Kundenservice, welcher im Vergleich zur Sparkasse eingeschränkt zu sein scheint, fällt mittlerweile positiv durch hohe Kompetenz und Freundlichkeit auf. Schlechte Bewertungen für N26 findet man eher bei älteren Rezensionen, in der die Bank noch nicht ausgereift war. Insgesamt erhält N26 einen Trustscore von 8,2/10.

Fazit:

In fast allen Punkten ist das Kundenangebot von N26 der Sparkasse überlegen. Lediglich im Service ist die Sparkasse durch einen 24/7 Telefonservice und den 16.000 Filialen in Deutschland besser. Dies gleicht N26 durch eine effiziente Banking App aus, bei der alle notwendigen Einstellungen gegeben sind. Das KO Kriterium für die Sparkasse sind ganz klar die Kontoführungsgebühren. Um ein ähnliches Angebot wie eine Direktbank zu bieten, muss der Kunde zusätzlich eine kostenpflichtige Kreditkarte beantragen. Die Kosten steigen somit auf mindestens 75€ jährlich und ermöglichen selbst danach nicht ein besseres Produkt als bei N26.

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